Auswanderung nach Brasilien über das Halbpachtsystem ist der Titel einer Ausstellung, die von José Eduardo Heflinger Júnior, Forscher und Leiter des Datenbank Carlota Schmidt Memorial Center (Limeira/SP) und vom Martius-Staden-Institut (São Paulo) erstellt wurde und im Auswanderermuseum BallinStadt gezeigt wird. Die Ausstellung Auswanderung nach Brasilien über das Halbpachtsystem ist vom 16.08 bis 17.09.2021 im Foyer der BallinStadt zu sehen.

Die Ausstellung beschreibt die Erfahrungen der Auswanderer, die mit Halbpachtverträgen von Senator Nicolau Pereira de Campos Vergueiro auswanderten. Diese Art der Auswanderung begann 1841 auf der Fazenda Ibicaba (bei Limeira/Cordeirópolis). Die Firma Vergueiro & Co. besaß ein Büro in Hamburg und Auswandereragenten in Portugal, der Schweiz und Deutschland. Die Firma, die Senator Vergueiro und seinen Söhnen unterstand, brachte in einem Zeitraum von 10 Jahren ungefär 50.000 Auswanderer als Arbeiter auf die Kaffeeplantagen in die Provinz São Paulo. Diese Arbeiter ersetzten die Sklaven und trugen zum Wachstum in São Paulo und Brasilien bei.

Es wurden Registrierbücher aus dem 19. Jahrhundert in Sütterlinschrift, in französisch und in portugiesisch abgedruckt sowie Originalbilder aus verschiedenen Sammlungen. Es wird auch der Niedergang des Halbpachtsystems dargestellt, das durch Lohnarbeit von italienischen Einwanderern ersetzt wird. Die Besucher in der BallinStadt haben die Möglichkeit alte und aktuelle Fotografien der historischen Fazenden, die sich in Limeira, Cordeirópolis, Piracicaba, Rio Claro, Iracemápolis, Campinas, Santa Gertrudes, Jundiaí, Amapro und Pirassununga befinden und des Hafens in Santos, zu bewundern.