In der neuen Sonderausstellung „Durch die Linse des Lebens“ im Auswanderermuseum BallinStadt gibt der aus Los Angeles stammende Filmemacher John Heinsen vom 5. Dezember 2023 bis zum 29. Februar 2024 spannende Einblicke in das spektakuläre fotografische Vermächtnis seines Großvaters Walter A. Heinsen.

Walter A. Heinsen (1899-1984) begann seine Karriere im Alter von 16 Jahren als deutscher Kriegsfotograf in Frankreich. Er floh vor den Wirren der Weimarer Republik und wanderte schließlich 1923 von Hamburg in die USA aus. In den folgenden 50 Jahren etablierte er sich mit seiner patentierten ,,Bunnygraph” als einer der erfolgreichsten Kinderfotografen Chicagos. „Die spannende Biographie von Walter A. Heinsen steht stellvertretend für viele emotionale Migrationsgeschichten und zeigt einmal mehr, welche Bedeutung Ein- und Auswanderung im gesellschaftlichen Fokus haben“, so Volker Reimers, Geschäftsführer der BallinStadt.

Die Präsentation der rund 100 Jahre alten Kriegsfotos seines Großvaters symbolisieren für John Heinsen die Ehrung aller Veteranen des Ersten Weltkriegs. Bei der Aufarbeitung der Geschichte begab er sich kontinuierlich auf die Suche nach den Familien der ersten amerikanischen Kriegsgefangenen, die 1917 während der Schlacht von Cambrai gefangen genommen wurden. So machte er beispielsweise 2018 Familienangehörige eines britischen Soldaten, der auf einem Kriegsgefangenen Bild von Walter A. Heinsen zu sehen war, ausfindig und schenkte ihnen die Fotografie. 

„Walter A. Heinsens Kriegsfotografien erhalten durch das Engagement von John Heinsen neue Bedeutungen – die der visuellen Erinnerungen und die der menschlichen Verbindungen“, sagt Laura Langford, Vorsitzende des Amerikazentrums in Hamburg. “Es ist wunderbar, nach Hamburg zurückzukehren und das Leben und Werk meines Großvaters in einer Stadt zu feiern, die er wirklich geliebt hat. Es ist wichtig, zu einer Zeit hier zu sein, in der wir uns die Lektionen des Ersten Weltkriegs in Erinnerung rufen müssen, um daraus zu lernen und  Frieden für alle Völker der Welt zu erreichen“, so John Heinsen.